| Die Kapuziner - ihren Namen haben diese Franziskaner
von der langen Kapuze an ihrem Ordenskleid - verliessen1631
das Kloster des hl. Bonaventura in der Nähe des Trevibrunnens
und bezogen den jetzigen Wohnort. Vom ursprünglichen Kloster
bestehen nur noch die Kirche und die Gruft unter der Kirche, wohin die sterblichen Überreste der verstorbenen Brüder zur
Beisetzung übertragen wurden. Die Gebeine wurden den
Wänden entlang angeordnet und man begann dort die Brüder
und auch die Armen Roms beizusetzen, deren Begräbnisstätte
im Boden der Messkapelle reserviert war. |
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Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dieser
Begräbnis-, Gebets- und Meditationsort der Kapuziner, wohin
sie jeden Abend vor der Nachtruhe hinunterstiegen, in ein
Kunstwerk verwandelt. Weitere bauliche Eingriffe erfolgten
nacheinander bis Ende 1870. Damit wollte man die Botschaft
vermitteln, dass der Tod die Pforten dieser Zeit schliesst und
jene der Ewigkeit auftut. |
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1. Auferstehungsgruft
An der Hauptwand bilden die
verschiedenen Teile des menschlichen Skelettes den Rahmen, in
den das Bild eingespannt ist. Es stellt Jesus dar, der seinen
bereits vor vier Tagen verstorbenen und begrabenen Freund
Lazarus auferweckt. Der Schöpfer dieses ornamentalen
Kunstwerkes, der mit diesem wirklich armseligen Material
arbeitete, wollte die Botschaft des christlichen Glaubens
an die Auferstehung vermitteln.
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2. Messkapelle
(Hier können Sie
einen Moment zum Gebet verweilen.)
Dies ist der
einzige Ort, an dem keine Gebeine sichtbar sind. Er dient der
Messfeier für die Verstorbenen, damit sie von der Pein des
Fegefeuers befreit werden und ins Paradies gelangen. Darauf
weist das Altarbild hin, auf dem Maria mit dem Kind den hl.
Felix von Cantalice und den hl. Franz von Assisi (von Ihnen
aus gesehen links), den hl. Antonius von Padua und einen Engel
(rechts) einzuladen scheint, die Seelen aus den Flammen des
Fegefeuers zu befreien. In der linken Wand ist auf ihren
eigenen Wunsch hin das Herz von Maria Felice Peretti
(gest. 1656), einer Grossnichte von Papst Sixtus V. und
grossen Verehrerin der Kapuziner, aufbewahrt. |
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3. Schädelgruft
Im Giebelfeld der mittleren Nische
steht eine mit Schulterblättern geflügelte Sanduhr: Die Zeit
verrinnt nicht nur, sie fliegt davon! An der Hauptwand stehen
drei Kapuziner, die zu gehen scheinen. An den Seitenwänden
befinden sich zwei in Ruhestellung liegende Kapuziner
innerhalb der gebogenen Nischen. In der Mitte des Gewölbes
sind drei auffällige dekorative Elemente sichtbar, bei denen
der blumengeschmückte Kreis hervorsticht. Im Ganggewölbe hängt
ein Leuchter aus einem achtzackigen Stern herunter. Das
Gewölbe im Durchgang fügt dem Sinnganzen ein neues Element
hinzu: den Schädel mit den Schulterblättern, die ihm Flügel
verleihen.
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4. Beckengruft
An den Seitenwänden ruhen zwei
Kapuziner in liegender Stellung in einem Arkosolium
(bogenüberwölbte Nische). Die Hauptwand zeigt in drei Nischen
nach vorn gebeugte Kapuziner: die beiden auf der Seite unter
einem umgekehrten Bogen; jener in der Mitte unter einem
grossen Baldachin aus Beckenknochen, von einer Tresse aus
Wirbelknochen umrahmt. Die zentrale Rosette im Gewölbe besteht
aus sieben Schulterblättern mit Anhängern aus Wirbelknochen.
Die Verzierungen enden auf beiden Seiten mit angehängten
Kreuzen, die am Ende des Schaftes die Lanze und den Schwamm
tragen: die Werkzeuge der Passion Jesu. Es handelt sich hier
um eine von den Franziskanern geschätzte Andachtsform. Sie
sehen Jesus als Bruder, der wie wir den Tod erlitten hat.
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5. Schienbein- und
Oberschenkelgruft
Die Seitenwände weisen vier
Nischen auf, die zum Teil mit stehenden und mit dem Habit
bekleideten Kapuzinern ausgefüllt sind. In der Hauptwand
besteht der mittlere Block aus einer reichhaltigen und recht
schrulligen Komposition: Oben an der Wand befindet sich ein
Kreuz, das von einem Kreis umschlossen ist; darunter sieht man
das von einer Krone überhöhte franziskanische Wappen (der
nackte Arm Christi und der bekleidete Arm des hl. Franz von
Assisi). Der Boden ist mit 18 Kreuzen übersät, die ebenfalls
auf Gräber hinweisen. Der ovale Rahmen in der Mitte des
Gewölbes enthält ein Rund aus Kieferknochen, umgeben von
Verzierungen aus Wirbeln und seitlich von zwei grossen Blumen
aus Schulterblättern und Anhängern aus Wirbelknochen. Das
Ganggewölbe weist drei achtzackige Sterne auf, Zeichen dafür,
dass die Kirche darüber der Mutter Gottes geweiht ist, die man
auch "den Morgenstern" nennt: Tatsächlich handelt es sich um
die erste der Unbefleckten geweihte Kirche.
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6. Gruft der drei
Skelette
Zwischen zwei geflügelten
Sanduhren halten an der Hauptwand zwei kleine Skelette (aus
der Familie der Barberini) mit einer Hand einen Schädel. Im
Mittelgewölbe fällt ein kleines Skelett auf (das "Prinzesschen
Barberini"). Es wird von einer Mandorla umfasst, Symbol des
werdenden Lebens. In der Rechten hält es eine Sichel, Symbol
des Todes, der alle wie das Gras auf der Wiese dahin mäht; in
der Linken eine Waage, Symbol der guten und bösen Werke, die
von Gott beim Gericht der Seele bewertet werden. Das
Ganggewölbe ist sehr reich und vielfältig: vier kleine
fünfzackige Sterne umgeben einen grossen achtzackigen Stern,
von dem ein Leuchter herabhängt. Über der Türe (ursprünglicher
Eingang von der Kirche her) sieht man wiederkehrende
Blumenmotive, die aus einer Rippe und einem Wirbel
zusammengesetzt sind. Auf der gegenüberliegenden Seite sticht
eine Uhr mit nur einem Zeiger ins Auge und weist darauf hin,
dass das Leben in der Ewigkeit weitergeht; Schwester
Tod schliesst uns diese Wirklichkeit auf.
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"Gelobt seist
du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen
Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die
in schwerer Sünde sterben.
Selig jene, die sich in deinem
heiligsten Willen finden,
denn von dir, Höchster, werden sie
gekrönt."
(Hl. Franz von Assisi )
Öffnungszeiten:
Täglich von 9.00 bis 12.00 und von
15.00 bis 18.00 Uhr.
Donnerstags geschlossen.
Der vollständige Führer zur Gruft der Kapuziner ist ''auf Italienisch ("La Cripta dei Cappuccini") und Englisch ("The Capuchin Cemetery") beim Eingang erhältlich.
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